Dienstag, 12. April 2016

Semana Santa,Adiós Nicole, Kurztrip nach Almería, Haare gefärbt?!

Holi hola,
Ja, Kathi meldet sich, wuhuu!
Ich sag euch nur- die Zeit raaaaast. Bald sind es einfach nur noch 2 Monate und ich bin im totalen Hin-und Her aus Freude und Trauer darüber. Ich hab mich mittlerweile so an die Kultur hier gewöhnt, habe meine Freundschaften hier um so einiges intensiviert und könnte jetzt schon heulen, bald sie ein letztes mal in die Arme schließen zu müssen, aber ich kann es auch kaum mehr erwarten, wieder mein altes, unabhängiges Leben zu leben und wieder mit meiner Familie und meinen alten Freunden zu sein. Ich glaube so ziemlich jeder Austauschschüler kennt dieses Gefühl nur zu gut.
Nunja, was ist so passiert?
Erstmal würde ich die Semana Santa erwähnen, die um Ostern herum stattgefunden hat. Das ist eine Woche, in der keine Schule stattfindet, die Hauptstraßen im Zentrum abgesperrt werden und von Nachmittag bis in den Morgengrauen Trone mit einer Maria-und Jesusfigur durch die Straßen auf den Schultern von Männern getragen werden und davor und dahinter laufen Menschen in einem Gewand und einer spitzen Mütze, die das komplette Gesicht verdeckt, sowie ein Musikzug und ein paar einzelne Menschen, die Weihrauch verbrennen. Außerdem werden direkt im Zentrum Sitzreihen aufgebaut mit Sitzen, die teuer vermietet werden, noch teurer sind aber die Fenster, von denen das man das Spektakel sehen kann, die man mieten kann. In einzelnen Fenstern sind auch Sänger/Sängerinnen platziert, die singen, wenn der jeweilige Tron vorbei kommt. Für viele Menschen hier ist die Semana Santa ein sehr wichtiges Event im Jahr und in der Stadt sind unglaublich viele Menschen, sodass man kaum laufen kann und die Leute reagieren auch oft sehr emotional. Ich habe auch sehr viele Menschen kennen gelernt, die bereits in ihrem Leben einen Tron getragen haben oder es gerne mal tun würden. Das fällt mir ein wenig schwer zu verstehen, weil das ein unvorstellbares Gewicht ist, was man da auf einer Schulter über 8- 11 Stunden trägt, aber hier hat Religion doch noch einmal einen anderen Stellenwert, als in Deutschland. Ich persönlich war mit meinen Freunden einmal wirklich einen Tron angucken und ich muss sagen, dass es schon interessant und imposant war, aber mir fällt es nach wie vor schwer, wirkliche Begeisterung dafür zu entwickeln. Außerdem mussten wir sehr früh kommen, um gute Plätze zu finden, von denen aus man alles gut sehen kann, und haben von 12 bis 4 Uhr nachts auf den Tron gewartet und es war wirklich unglaublich kalt, für die es nicht wissen- in Málaga kann es selbst im Sommer in der Nacht ordentlich frisch werden!!!
Außerdem waren die duzenden Menschenmassen und die abgesperrten Straßen auf Dauer echt nervig-sogar die Buslinien wurden gekürzt oder umgelegt, das war echt nicht so lustig. Aber insgesamt war es definitiv eine Erfahrung, das mal zu sehen.
Außerdem bin ich in der Semana Santa mit der finnischen Austauschschülerin auf eigene Faust mit dem Bus nach Ronda gefahren und das hat sich definitiv gelohnt, Ronda ist sooooo schön! Ich poste später Bilder, ich denke, die sprechen für sich. Außerdem kam Nicoles Mutter zu Besuch und wir waren eeeeeendlich mal zusammen reiten! War eine etwas größere Aktion, weil es gar nicht so einfach war, einen Reiterhof zu finden, wo man mit dem Bus hinkommt, aber wir haben es geschafft, uns einen Ausritt zu buchen. Es tat so gut, mal wieder auf dem Pferd zu sitzen!
Leider hatte der Besuch ihrer Mutter zur folge, dass Nicole sich kurzfristig dazu entschlossen hat, nach Hause zu fliegen, und zwar für immer. Die genauen Gründe möchte ich hier aus Gründen der Privatsphäre nicht nennen. Es tat mir aber wirklich sehr weh, sie gehen zu lassen. Immerhin war sie für mich wie eine Schwester, die mich fast 6 Monate begleitet hat und alle Höhen-und Tiefen mit mir durchgestanden hat. Der Abschied von ihr war sehr emotional und ich vermisse sie nach wie vor sehr.
Das Wochenende direkt nach dieser Woche ging es auch schon direkt wieder on Tour- meine Freunde und ich sind nach Mojácar, einem kleinen Dorf am Strand in der Region Almería gefahren, um dort ein Springbreak-Festival-Wochenende zu verbringen. Wir hatten ein Apartment in einer Hotelanlage nur für uns und es gab Fiestas am Nachmittag und in der Nacht und ich sag's euch, wir hatten einen Spaß! Es war definitiv ein verrücktes Wochenende mit viiiiiiiiielen Ereignissen, aber wir haben uns so gut amüsiert wie noch nie. Auf der Rückfahrt begann dann auch die Story mit meinen Haaren-
eine meiner Freundinnen, die mitgefahren ist, ist Azubi in einem Friseursalon. Laura hatte sie darauf hin gefragt, dass sie von solchen Haarfarben gehört hat, die sich nach einer Woche auswaschen und ob es die auch in grau gibt und wenn ja, ob sie ihr die Haare damit färben könnte. Sie meinte darauf hin, dass sie nachfragen muss, und ich habe dann spontan gesagt:"Hey,wenn das schnell wieder raus geht, will ich auch mal irgendwas ausprobieren!". Wir kamen dann auf die Idee, meine Spitzen rosa zu färben. Klingt verrückt, aber ich fand die Idee irgendwie cool.
Nun gut, gesagt, getan- die Woche danach gings ab zum Friseursalon und meine Freundin hat mir die Haarspitzen rosa gefärbt. So entstand dann auch das Bild, was sicher einige von euch in Instagram und Facebook gesehen haben. Ich muss sagen, an geglätteten Haaren gefiel es mir echt mega gut. Lockig ist es nicht ganz so mein Ding, Aber die Farbe beginnt jetzt schon, sich herauszuwaschen, ich habe immer eine schöne rosa Soße in der Dusche :-)
Ansonsten geht jetzt so laaangsam die Sommersaison los. Es gab schon so einige Playa-Tage zum braun werden und inzwischen haben auch die Chiringuitos in Torremolinos aufgemacht, das sind kleine Strandbars, die tagsüber ein Café sind und nachts Clubs. Ist zwar zur zeit noch ordentlich frisch dort in der Nacht- aber was solls! Zumindest haben wir letzte Woche den Geburtstag einer meiner besten Freundinnen dort gefeiert und hatten viel Spaß.
Viel gibt es auch gar nicht mehr zu erzählen. Nächste Woche geht es auch schon auf den Madrid-Trip von meiner Organisation, wo ich hinfahren werde, ohne auch nur eine Menschenseele zu kennen. Aber ich bin mir sicher, dass es gut wird und werde danach auch berichten :)
Bis dahin- hasta luego!



 Ronda





 Semana Santa




 Mojácar!


Pink Hair!



Montag, 7. März 2016

Was ich in Spanien gelernt habe

Holaaa,
Ja, diesmal ist der Abstand zum letzten Post sogar nicht so groß, olee!
Worüber geht's heute? Darum, wie ich mich verändert habe mit dem Fokus vor allem darauf, was ich hier über mich und das Leben etc. gelernt habe. Ich finde, dass jedem bewusst sein sollte, dass so ein Auslandsjahr einen verändert und man nicht exakt als die selbe Person zurückkehren wird. Aber gerade dies ist ja auch ein Grund, sich dafür zu entscheiden, weil man unglaublich an Reife gewinnt.
Ich werd euch jetzt einfach mal ein paar Dinge auflisten, die mir in letzter Zeit aufgefallen sind.
Ich habe gelernt:


1. Wenig zu frühstücken. In Deutschland ist mir das Frühstück unglaublich wichtig, die Leute, die mich kennen, wissen, dass ich da schon mal 2 Marmeladenbrötchen und dazu noch einiges an Obst verdrücken kann und dafür reduziere ich eher am Abendessen ( es sei denn, wir essen auswärts), was ja wissenschaftlicherweise glaub ich auch gar nicht so ungesund ist. Hier ist das aber anders. Hier esse ich zwei kleine, helle Marmeladentoast und sonst nichts. Dafür dann aber in der Schule in der Pause einen ordentlichen Bocadillo (kleines Baguette mit relativ kräftigen, herzhaften Belägen), was hier auch echt sehr typisch ist. In Deutschland habe ich vor dem Mittagessen nie wirklich in der Schule gegessen, Spanier frühstücken auch häufig gar nichts, was daran liegt, dass ein spanischer Alltag sehr viel mehr Mahlzeiten hat. Ein ganz klassischer Spanier isst 5 mal am Tag:
1. Desayuno(Frühstück)
2. Bocadillo in der Pause
3. Almuerzo(Mittagessen)
4. Merienda (Nachmittagssnack, macht meine Familie aber nicht)
5. Cena (Abendessen)


2. Siesta zu schlafen. In Deutschland war für mich ein Mittagsschlaf eine quasi unmögliche Sache, ich konnte nahezu nie einschlafen und wenn doch, war ich danach total durch den Wind und wusste nicht mehr wo vorne und hinten ist und danach war ich meist noch viel kaputter als davor. Hier hat sich das mittlerweile um 180° gedreht. Ich schlafe hier fast jeden Tag nach dem Mittagessen 1-2 Stündchen und auch am Wochenende wenn ich in der Nacht nicht genug schlafen konnte lege ich mich am Nachmittag oft nochmal aufs Ohr. Das kann ich mittlerweile zu jeder Tageszeit und ich brauch das auch, weil man oft einfach durch den nach hinten verlegten Tagesablauf deutlich später ins Bett kommt.


3. Auf mein Geld zu gucken. In Deutschland bekommt man ja oft auch zusätzlich zum Taschengeld immer mal wieder was zugesteckt oder wird von den Eltern zum Essen eingeladen etc. Hier hat man eben seinen festen Betrag im Monat und wenn der aufgebraucht ist, muss man auf seine eigenen Ersparnisse zurückgreifen. Auch wenn meine Eltern mir mehr geben würden, wenn ich sie darum bitten würde, möchte ich das nicht, gerade um zu lernen, mit Geld umzugehen. Dazu kommt mir natürlich zu Gute, dass normalerweise die Spanier sehr viel mehr auf ihr Geld achten müssen, als wir. Viele Dinge, die für uns selbstverständlich sind, sind für diese aus Geldgründen nicht möglich und ein Kinobesuch für 7,50€ z.B. ist da schon mal eine Gönnung.


4. Wieder ohne Auto zu leben. Der ein oder andere mag jetzt lachen, weil ich a) nur ein halbes Jahr mein eigenes Auto hatte und b) ich hier in einer Großstadt wohne, aber ich habe leider das Pech, dass quasi mein kompletter Freundeskreis außerhalb der Innenstadt wohnt und ich mit 2 Bussen eine knappe Stunde brauch, um dort hin-und zurückzukommen(Metro und Zug sind in Málaga leider seeehr schwach vertreten, es gibt z.B. nur 2 Metro-Linien und die haben nicht mal eine Haltestelle im Zentrum). Außerdem- auch wenn hier wirklich viele Busse fahren, es ist einfach nicht das selbe, sich immer nach einem Stundenplan richten zu müssen oder einfach in sein Auto zu springen und loszudüsen wann man will, wenn man diesen Luxus mal hatte. Aber ja, ein Auto ist ein Luxusprodukt, was mir hier auch viel stärker bewusst geworden ist. Dass hier Vater UND Mutter ein Auto haben, ist höchst selten, Oft hat sogar eine ganze Familie mit ausgewachsenen Kindern nur ein Auto für alle.


5. Dass wir uns in Deutschland glücklich schätzen können, so leicht an Arbeit zu kommen. Die Arbeitslosenrate ist wirklich so enorm wie es die Gerüchte behaupten. Etwa die Hälfte meiner Freunde lernt weder, noch arbeiten sie oder machen höchstens Gelegenheitsjobs wie in einer Diskothek für 20€ PRO NACHT zu arbeiten etc. Hier ist es wirklich unfassbar schwer, etwas zu finden, wo man wirklich Geld mit verdienen kann.


6. Mir einen schönen, langen Lidstrich zu ziehen, das hat mich in Deutschland immer zur Verzweiflung gebracht, hahaha


7. Mich zu kleiden. Ich persönlich find den Kleidungsstil der Spanierinnen großteils deutlich schöner und weiblicher als in Deutschland. Aber das ist natürlich auch reine Geschmackssache und kulturell geprägt.


8. Auf einer Party bis zur sehr späten Stunde durchzuhalten, hahaha


9. Dass ein Winter (Ja, auch ein "Winter" wo die Temperaturen nicht unter 3°C sinken) ohne Heizungen den Tod bedeuten kann


10. Dass es doch wirklich so unglaublich egal ist, wie man in die Schule kommt. Wozu Make-up und wertvolle Zeit am Morgen zum Einkleiden verschwenden, um an einen Ort zu gehen, wo einen eh jeder kennt und man niemanden zu beeindrucken hat.


11. Dass ich doch deutlich anpassungsfähiger bin, als ich dachte. Mich hat es wirklich nicht viel gekostet, mich an die kulturellen Unterschiede, Tagesabläufe, das Essen, die Häuser und die Lebensweise der Leute hier zu gewöhnen, Mitterweile habe ich auch denke ich ziemlich gut verstanden, wie die Leute hier denken.


12. Dass eine 45min- und eine 55min- Unterrichtsstunde einen grooooßen Unterschied machen


13. Dass Rauchen noch bescheuerter ist, als es mir vorher bewusst war.


14. Ruhig zu bleiben. Wobei ich da immer noch mit zu kämpfen habe. Ich glaube, so ein richtig spontaner Mensch werde ich nie. In einen Freitag oder Samstag zu starten, ohne einen Plan zu haben und erst um 8 Uhr Abends darüber nachzudenken, was man machen könnte und ich dazu immer noch meinen 1-stündigen Weg zu meinen Freunden einplanen muss, kann einen doch schon ganz schön nervös machen. Aber es wird besser. Ich probiere es immer mehr, locker zu sehen und mich irgendwie darauf zu verlassen, dass sich alles schon irgendwie ergibt, Aber da steht mir halt unter anderem auch wieder das Auto-Thema im Weg.


15. Was es bedeutet, Eltern zu haben, die immer für einen da sind, immer hinter einem stehen, einen in den Arm nehmen wenn man es braucht und das letzte Hemd für einen geben würden, wenn es nötig wäre. In einer Gastfamilie zu leben ist einfach niemals das Selbe wie in der eigenen Familie.


16. Dass ein Leben ohne Katze doof ist :( Und ohne Reiten!


17. Dass Kleider nicht unbedingt Leute machen.


18. Sein Leben alleine auf die Reihe bekommen und eigene Entscheidungen zu treffen. Dass man in einem Austauschjahr deutlich selbstständiger wird, ist definitiv wahr.


19. Küsschen rechts-küsschen links zur Begrüßung und Verabschiedung quasi schon automatisch zu geben


20. Spanisch. Joa, ich denke, ich kann mittlerweile behaupten, ein doch ziemlich gutes Spanisch zu sprechen. Mich macht das zugegebenermaßen sehr stolz und ich bin froh, dass sich in diesem Sinne meine Erwartungen im Bezug des Auslandsjahrs recht gut erfüllt haben!


Hasta luego,
Kathi


Donnerstag, 3. März 2016

Fotos


Wie lieb ich sie gewonnen habe <3 


 Nerja




 Benalmádena


 Teneriffa <3







 So spannend kann ein Vulkan sein





Lauras Geburtstag

Teneriffa, Halbzeit, Semana Blanca...

Hola meine Lieben,
Jaja, laaaaang ists wieder her dass ich mich gemeldet habe... Ich muss sagen, ich hätte es nicht gedacht, dass es mich mal so eine Überwindung kosten könnte, einen Blogpost zu schreiben.
Aber jetzt konnte ich mich endlich dazu aufraffen und ich hoffe, dass ich diese ganzen 2 Monate, die seit dem letzten Post vergangen sind, einigermaßen zusammen fassen zu können.
Ja, wo fang ich an?
Klar, die Schule ging wieder los. Nicht unbedingt ein Grund zur Freude, wobei man dadurch immerhin den Vormittag beschäftigt ist und keine Heimweh-Gefahr besteht.
Außerdem ist mir die Schule mittlerweile ziemlich egal, dem Unterricht zu folgen, haben ich so ziemlich aufgegeben.
Die Wochenenden verliefen eigentlich immer relativ typisch, Fiesta, wer hätte das gedacht. Aber eines Wochenendes haben mich meine Freunde in eine typisch spanische Bodega in Torremolinos entführt, wo großteils Flamenco-Musik gespielt wird. Es war echt super lustig, weil wir natürlich alle keine Ahnung von Flamenco haben und wir hatten sehr viel Spaß! Da wir, als die Bar geschlossen hat, aber noch nicht nach Hause wollten, sind wir spontan in eine Karaoke-Bar weitergezogen und Leute ich sags euch, ich kam aus dem Lachen nicht mehr heraus :D
Da ich danach bei Laura übernachtet hatte und ich dementsprechend am nächsten Tag bei ihr Zuhause war, haben wir spontan entschlossen, gemeinsam zum Strand zu fahren und joggen zu gehen. Wir hatten uns gerade umgezogen, als Lauras Mutter sie ins Wohnzimmer rief. Als sie zurück kam, fragte sie mich rund heraus: " Kathi, magst du mit nach Teneriffa?"
Ich erstmal ein bisschen veblüfft und wusste gar nicht, ob das jetzt ernst gemeint ist, aber doch, sie meinte es ernst. Sie erklärte mir, dass ihre Familie in 2 Wochen übers Wochenende nach Teneriffa fliegt und sie nicht so alleine sein will. Ich natürlich total voller Lust und Hoffnung, mitzukommen, also habe ich auf dem Weg zum Strand direkt meinen Vater angerufen, ob er mir das ganze erlauben würde und mir ein Formular von der Organisation ausfüllen würde, mit dem ich ohne meine Gastfamilie reisen darf. Er hat mir direkt ein OK gegeben und ich bin einfach nur ausgeflippt vor Freude!
Eine Woche später hatte dann eine Klassenkameradin Geburtstag und während wir im Zentrum in der Nacht umher gezogen sind, ist mir natürlich etwas ganz tolles passiert- ich habe meinen Personalausweis verloren. Bemerkt habe ich das ganze dann, als wir in eine Disko eintreten wollten und Ausweise kontrolliert wurden-tja, der Abend war für mich dann gelaufen. Eine Freundin hatte mich dann nach Hause gefahren mit der Hoffnung, dass er eventuell doch Zuhause sein könnte, aber nein, natürlich war er dort nicht. Also hieß es für mich am nächsten Tag erstmal ab zur Polizei.
Wir haben dann dort Anzeige aufgegeben und mir wurde gesagt, dass ich die kommenden Tage mal das deutsche Konsulat aufsuchen sollte, um mir eventuell dort einen neuen Ausweis zu beantragen, meinen Reisepass hatte ich ja Gott sei Dank noch.
Am kommenden Montag hatte ich zum Glück früher Schule aus und Laura ist mit mir dann zum Konsulat gefahren. Mir wurde dort letztendlich dann eine Kopie meines Reisepasses beglaubigt, weil einen neuen Perso zu beantragen eine Ewigkeit hier dauern würde.
Nunja, dann gings endlich los nach Teneriffa!
Am Flughafen hatte ich dann noch Lauras Tante und deren Familie aus Marbella kennen gelernt, die auch mitkommen sollten. Nach 3 Stunden Flug kamen wir dann sehr hungrig in Teneriffa an und sind erstmal ab zum McDonald's. Dann sind wir zum Hotel gefahren und haben unsere Zimmer bezogen und dann zu Abend gegessen.Laura und ich wollten dann mal das Nachtleben Teneriffas erkunden, leider hatten wir nicht so ganz damit gerechnet, dass im Norden Teneriffas, wo wir waren, davon nicht so viel existiert. Letzendlich sind wir in einem der drei winzigen Clubs Puerto de la Cruz's gelandet, wo wir glaub ich so ziemlich die einzigen spanisch sprechenden Personen im ganzen Club waren, sogar die Türsteher haben uns direkt auf Englisch angeredet. Generell sind dort so unglaublich viele Deutsche! Gefühlt 90% des Hotels waren deutsch. Wir sind dort letztendlich auch nicht lange geblieben, weil auch die Musik wirklich nicht gut war.
Zurück haben wir dann ein Taxi genommen und uns etwas mit dem Taxifahrer unterhalten, der dann meinte, uns einen kleinen Geheimtipp für die kommende Nacht zum feiern zeigen zu können. Wir kamen an einer kleinen Strandbar vorbei, die von außen relativ unscheinbar erschien. Er meinte, dass diese zwar recht früh schließt, aber dafür die ganzen Einheimischen herkämen.
Am nächsten Tag hieß es dann aber erstmal mit aller Kraft sich um 7 Uhr aus dem Bett zu quälen und zum Loro-Parque aufzubrechen, einem ziemlich bekannten Tierpark, der echt beeindruckend war!Der Fokus liegt dort hauptsächlich auf Meeressäugern wie Orkas, Delfinen etc. Danach waren wir aber echt ziemlich kaputt und haben uns erstmal ins Bett gehauen- und eine stolze 4-stündige Siesta gehalten :D Nach dem Abendessen haben wir uns dann tatsächlich mit der ganzen Familie die Hotel-"Disko" angetan- Der Altersdurchschnitt lag so ziemlich bei 80 Jahren und dementsprechend auch die Musik:D Aber ja, auch wir haben uns auf die Tanzfläche gewagt und sogar Applaus einkassiert.
Danach haben Laura und ich uns dann aufgemacht zu der Bar, die uns der Taxifahrer empfohlen hatte- und das war definitiv kein Fehler! Die Bar war im Freien und echt cool gemacht mit einer sehr großen Tanzfläche, nur leider war es natürlich eine Party unserer Lieblings-Musik - Tecno. Wir hatten aber trotzdem unseren Spaß!
Sonntags sind wir dann zum größten Aquapark Europas gefahren und auch, wenn es nur knappe 23 Grad hatte, hat es sich echt gelohnt! Wer mal auf Teneriffa ist, muss unbedingt zum Siam-Park!
Am Abend haben wir uns dann nur noch eine Flamenco-Show des Hotels angeschaut und sind dann schlafen gegangen, weil wir wieder ziemlich müde waren.
Den letzten Tag sind wir dann zum Vulkan "Teide" gefahren, was aber ehrlich gesagt nicht sonderlich interessant war, da es außer einem Berg und Basaltstein nicht viel zu sehen gibt und man zum Krater eine Treppe nehmen muss, die einen bestimmt gut 2h kostet. Zu guter Letzt sind wir dann noch in ein Einkaufszentrum und mussten dann auch schon zum Flughafen, um nach Hause zu fliegen. Insgesamt war es aber wirklich cool und mich hat es mega gefreut, mal mit einer spanischen Familie in den Urlaub zu fahren!
Danach ging der Alltag eigentlich ganz normal weiter. Dass zwischendurch meine Halbzeit hier vorüber ging, habe ich ehrlich gesagt gar nicht bemerkt. Und ich wiederhole mich nochmal- unterschätzt den spanischen Winter nicht! Auch wenn es hier nicht so kalt wird- es kommt einem deutlich kälter vor, als es ist! In meinem Zimmer konnte ich keine 5 min sitzen, ohne mich in meine Decke einzumummeln und dann in meinem Kuschel-Wollpulli zu schlafen. Dazu geht hier öfter mal echt ein eklig-kalter Wind, der vor allem nachts beim Ausgehen echt sehr unangenehm sein kann.
Letzte Woche begann dann die Semana Blanca, eine Woche Ferien nur für Málaga, die mit Lauras Geburtstag eingeleitet wurde und wir haben denke ich ziemlich ordentlich gefeiert! Darauf folgten aber dann wieder 2 Tage, an denen ich wirklich nichts gemacht habe und mich mal wieder das nette Heimweh geplagt hat. Am Dienstag stand ich dann aber früh auf mit voller Vorfreude auf den Granada-Trip, den mein Gastvater mit mir und 2 anderen Austauschschülern geplant hatte (Apropos, das hatte ich noch gar nicht erwähnt- Ich habe einen neuen, zusätzlichen Gastbruder! Ein Deutscher, der mit seiner Gastfamilie nicht klar kam. Da er allerdings in der zweiten Wohnung meiner Gastfamilie schläft, die zwei Etagen unter der Eigenen liegt, sehe ich ihn nicht sehr oft). Spontan hatte dann mein Gastbruder sich dann aber krank gemeldet und wir konnten nicht fahren, weil mein Gastvater meinte, dass er mindestens 3 Teilnehmer braucht. Da ich und die Finnin in Málaga aber trotzdem Lust hatten, etwas zu unternehmen, haben wir spontan einen Bus nach Nerja, einem kleinen Küstendorf Málagas genommen. Und ich muss sagen, ich liebe Nerja! Es ist sehr klein, aber wirklich typisch andalusisch mit weißen Gebäuden und wunderschönen Strandbuchten und es hat sich definitiv gelohnt.
Die kommenden Nächte war ich dann mit Freunden unterwegs zum Abendessen, Billiard spielen oder Batidos(Milchshakes) trinken in einer Tetería. Am Freitag kam uns dann aber Max, ein Austauschschüler aus Cádiz besuchen und verbrachte das Wochenende mit Nicole und mir und wir unternahmen viele Sachen, wie z.B. ins benachbarte Dorf Benalmádena zu fahren.
Dann waren die Ferien aber auch schon vorbei und der Alltag pendelt sich wieder ein. Allerdings wird es jetzt wieder wärmer und ich war die letzten beiden Tage am Strand!
Außerdem war ich gestern in einer anderen Tanzschule um mich dort über Contemporary zu informiern, da ich zusätzlich zum Ballett gerne noch einen anderen Tanzstil ausprobieren würde. Jetzt habe ich am Montag meine erste Probestunde- ich bin sehr gespannt! :)
Hasta luego, Kathi


Mittwoch, 13. Januar 2016

Weihnachtsferien

Hola mis amigos,
Ja, jetzt ist es endlich mal soweit und ich schreibe meinen angekündigten Post über meine Weihnachtsferien. Es ist unglaublich viel passiert und es gab viele viele erste Male und allgemein viel neues, deswegen bereitet euch auf einen langen Post vor.


Ja, wo fang ich an?
Vielleicht noch kurz vor den Ferien.
Eine Woche davor hatte meine Klasse ein Abendessen mit der Klasse in einem Restaurant organisiert und danach wollten wir alle zusammen feiern gehen. Das Essen in diesem Restaurant war wahrhaftig monströs, wir haben eine große Pizza für 5 Mädchen bestellt und haben sie nicht ganz geschafft!!! Danach sind wir dann ins Zentrum gezogen und haben in der nächstgelegenen Diskothek die Nacht durchgefeiert. Es war an sich ein sehr lustiger Abend und es kamen auch einige Klassenkameraden, die die Klasse bereits verlassen hatten, auch wenn so manche Dinge vorgefallen sind, mit denen keiner gerechnet hätte :D Ich habe die Nacht dann bei einer Freundin verbracht, wobei ich nicht wirklich schlafen konnte. Ich war nämlich vorher schon erkältet und das ganze hatte mir dann den Rest gegeben. Mir ging es richtig schlecht und auch, wenn ich kein Fieber hatte, entschied ich, zum Arzt zu gehen, da ich meinte, Eiter auf meinen Mandeln zu sehen.
Also das erste Mal ab zu einem spanischen Arzt.
Der hat mir dann ein Antibiotikum verschrieben und ein paar Tage danach ging es mir dann auch schon besser, aber nie wirklich gut.
Dann kam erstmal etwas sehr besonderes für mich: Meine erste Ballettaufführung hier. Wir haben "Ratatouille" getanzt und ich war ein Teller, was nicht sonderlich spannend klingt, aber immerhin hatte ich ein wunderschönes, weißes Tütü und es war ein tolles Erlebnis, das erste Mal auf einer spanischen Bühne zu tanzen! :)
Dann kam auch schon bald eines der wichtigsten Events des Jahres- das spanische Weihnachten.


Am 24.12. sind wir vormittags losgezogen nach Córdoba, da meine Gastfamilie ursprünglich aus Córdoba kommt und dort den Großteil der Familie hat. Am Rande möchte ich erwähnen, dass Nicole über die Ferien nach Hause geflogen ist, dementsprechend war ich alleine mit meiner Familie. Wir sind dann zuerst im Burgerking essen gegangen und haben uns dort mit der Cousine meiner Gastgeschwister getroffen und sind dann ins Haus der Oma, wo wir dann auch geblieben sind, bis der Rest der Familie eingetrudelt ist. Was ich total toll fand, war, dass in Córdoba fast jeder eine Heizung unter dem Esstisch hat und wenn man die Tischdecke sich über die Beine legt, werden die Beine gewärmt. Kann man in Córdoba echt gebrauchen, weil es dort schon ziemlich kalt wird. Als dann alle Familienmitglieder eingetroffen waren, ging es dann los mit dem Essen. Es gab erst viele kleinere Sachen wie Serrano- Schinken, Käse und Baguette, dann Sachen wie Meeresfrüchte, Fleisch mit Pilzen und Lachskuchen und viele andere exotische Dinge, die nicht unbedingt alle etwas für mich waren, aber es gab auch sehr leckere Sachen!
Ich muss aber sagen, dass ich mich an dem Abend sehr alleine gefühlt habe. Es gab niemanden in meinem Alter und keiner hat sich wirklich richtig mit mir unterhalten, es wurde viel über Dinge geredet, bei denen ich nicht mitreden konnte. Das hat dann schon etwas Heimweh verursacht.
Um Mitternacht wurde dann Flamencomusik angemacht und alle haben nacheinander getanzt, und ja- auch ich! :D Ich verstehe zwar absolut nichts von Flamenco, habe aber einfach irgendwie improvisiert.
Bevor meine Gastschwester Helena und ich dann ins Haus der Tante und dem Onkel sind, um dort zu übernachten, haben wir noch einen Abstecher bei der Tante des Onkels gemacht, was sehr lustig war, weil dort eine Frau zu Gast war, die mal ein Jahr in Deutschland gelebt hat und wir haben dann einen Mischmasch aus Spanisch und Deutsch geredet.
Am nächsten Tag sind wir relativ früh aufgestanden und in einer Markthalle etwas trinken gegangen und danach ging es weiter in ein Restaurant, wo dann noch der andere Teil der Familie kam, der in Málaga wohnt. Wir haben wieder viele córdobesische Spezialitäten gegessen, die mir großteils auch gut geschmeckt haben. Danach sind wir zu einer Kartbahn gefrahren und alle Kinder (ich zählte als Kind) durften sich eine Runde battlen- ich wurde tatsächlich von den kleinen Jungs geschlagen, Mist aber auch! :D Direkt danach wurden dann die Geschenke von Papa Noel verteilt, weil einige der kleinen Kids an ihn glauben und es in der Vornacht nicht möglich war, die Geschenke zu bringen, ohne dass sie sehen, dass es die Eltern sind, die sie bringen. Mir wurden Ohrringe und ein Nagellack geschenkt und eben die Kartfahrt bezahlt. Dann zur Abrundung sind wir auch noch eine Runde Schlittschuh gelaufen, aber wieder nur die Kinder. Anschließend wurde sich wieder im Burgerking gestärkt und zu guter Letzt ging es ins Haus der anderen Oma, wo wir noch ein paar spanische Süßigkeiten, wie z.B. Turron verzehrt haben. Spät in der Nacht ging es dann zurück nach Málaga.
Wie schon gesagt, auch wenn es wirklich sehr interessant war, das spanische Weihnachten live mitzuerleben, habe ich mich sehr einsam gefühlt. Ich kam mir einfach nicht wie ein Teil der Familie vor und habe es unheimlich vermisst, meine Familienmitglieder zu umarmen und einfach mit ihnen zu sein. Den Tag nach der Ankunft in Málaga ging es mir dementsprechend sehr schlecht. Ich habe viel geweint, hatte unglaubliches Heimweh und wollte einfach nur eine Umarmung meiner richtigen Mami. Außerdem haben mir die Ferien Angst gemacht, da ich wusste, dass ich nicht jeden tag etwas unternehmen könnte und viel Zuhause sein würde und dementsprechend viel nachdenken würde, was Heimweh ja nicht gerade lindert. Und Nicole war ja auch nicht da... 

Ich habe an diesem Abend dann viel mit Laura geschrieben, die mich wirklich aufgebaut hat und meinte: "Morgen unternehmen wir was, dass du nicht so alleine bist!". Ich war dafür wirklich so dankbar und letztendlich habe ich doch extrem viel mit den Mädels unternommen, egal ob Fiesta, Pizza essen, shoppen gehen, in einer Tetería Crepes essen, Kino oder einfach nur in eine Bar um etwas zu trinken, langweilig wurde es dann gott sei dank doch nicht.
Leider wurde ich dabei durchgehend von meiner Krankheit begleitet, die keine Ruhe geben wollte. Nachdem ich das Antibiotikum zu Ende genommen hatte, ging es nämlich gerade wieder von vorne los. Also bin ich wieder zum Arzt und habe noch einmal das gleiche Antibiotikum verschrieben bekommen, nur diesmal ein wenig stärker, was ich schon von der Idee her als ziemlich sinnlos empfand und es sich auch als sinnlos erwiesen hatte. Den einzigen Effekt, den ich dadurch hatte, waren Magenprobleme. Da ich aber keine Lust hatte, nochmal zum Arzt zu gehen, kämpfe ich nun immernoch damit. Mir geht es schon sehr viel besser, aber fit bin ich leider noch nicht. Naja...


Dann kam noch ein sehr großes Event, was ich so schnell auch nicht vergessen werde: Das spanische Silvester, genannt "Nochevieja".
Da ich geplant hatte, mit Laura und ihren Freundinnen nach Mitternacht feiern zu gehen, hat mir meine Gastmutter angeboten, dass ich wenn ich möchte in Lauras Zuhause zu Abend essen darf, da es für mich einfacher sei, womit sie Recht hatte. Also habe ich mit Lauras Familie gegessen, was echt toll war. Ihre Familie ist sooo lieb und es gab so viele leckere Sachen!
Um 12 Uhr ging dann die Glocke in Madrid los- sprich eine Glocke in Madrid tut 12 Schläge, die im Fernsehen übertragen wird, und bei jedem Schlag wird eine Traube gegessen. Ich habe tatsächlich alle 12 geschafft, auch wenn es nicht einfach war! :D Danach haben wir uns fertig gemacht, womit wir länger gebraucht haben, als geplant, letztendlich sind wir um 3 erst in der Disko gewesen, haha.
Wir haben dann bis 7:30 durchgefeiert und sind dann in eine Bar Churros frühstücken gegangen, bevor wir uns dann ins Bett geschmissen und bis 6 Uhr Abends durchgeschlafen haben :D Es war aber definitiv unvergleichlich!
Ansonsten feiert man hier noch in der Nacht von den 5. auf 6. Januar la Noche de Reyes, sprich die Heiligen Drei Könige. Hier werden dann nämlich auch nochmal Geschenke gebracht. Abends am 5. bin ich mit meiner Familie ins Stadtzentrum und wir haben uns den Umzug der heiligen drei Könige angeguckt, wenn ich auch durch die Menschenmassen leider nicht viel gesehen habe und sind dann Churros essen gegangen. Am nächsten Morgen lagen dann im Esszimmer die Geschenke, mir wurde eine Spanien- Tasse und ein paar Süßigkeiten geschenkt.
Dann waren die Ferien leider auch schon wieder vorbei. Insgesamt hatte ich doch eine tolle Zeit, vorallem, weil ich mich mittlerweile wirklich fühle, wie als sei ich in einem Freundeskreis aufgenommen worden. Außerdem ist das Spanisch mittlerweile wirklich kaum noch ein Problem!


Und zur Abrundung mal wieder Fotos:


Platos!

Mit meinen "Cousins" an Weihnachten

Córdobesische Spezialitäten


Spanische Weihnachtssüßigkeiten

Mit ein paar Leuten der Klasse

Nochevieja <3


Abendessen in Nochevieja

Kinooo

Umzug der heiligen drei Könige




Hasta luego,
Kathi